Warum ich Weihnachten nicht mehr feiere

Warum ich Weihnachten nicht mehr feiere

Weihnachten das Fest von Pomp und für Popanz?

Sicher ist Weihnachten unglaublich kommerziell und materialistisch geworden. Jedes Jahr zu dieser Zeit wurde und werde ich nachdenklich und bis vor wenigen Jahren hasste ich Weihnachten mehr und mehr. Eigentlich sollte man sich ja zumindest in der Kindheit an schöne und fröhliche Weihnachten erinnern. Aber nicht einmal das gelingt mir. Natürlich waren meine Eltern immer sehr bemüht uns Kindern ein tolles und unvergessliches Weihnachtsfest bereiten. Und ja, sogar mir gelingt es, mich an einige glückliche Weihnachtsmomente zu erinnern. Im Groben ist mir aber immer der Streit und das Geschrei meiner Eltern im Gedächtnis geblieben:

„Der Baum ist schief Schorsch!“

„Anne hier sieht es aus wie im Schweinestall…“

„Viel zu viel Lametta …“

„Schrei mich nicht so an …“

„Ach mach Deinen Scheiss doch alleine…“

So ging es Stunden vor der Weihnacht immer bei uns zu. Dann wurden Omas und Opas abgeholt oder kamen selber angefahren und als ob man einen Schalter umlegen würde, waren alle Erwachsenen wie ausgewechselt:

„Ist der Baum nicht schön Schatz?“

„Hach was ist das hier schön dekoriert!“

„Mein Gott siehst DU heute wieder gut aus!“

Was habe ich diese scheinheilige Scheisse schon als Kind gehasst. Aber ich habe natürlich mitgespielt, weil ich ja geil auf die Geschenke war. Alles andere wäre gelogen!

Und heute, als „erwachsener“ alternder Mann sehe ich das ganze mittlerweile wieder viel entspannter. Ich hasse Weihnachten nicht mehr. Ich kaufe keine Geschenke mehr. Ich erwarte auch keine. Ich mach mir keinen Stress. Keinen Weihnachtsbaum, kein Gebimmel, keine Deko NIX!

Aber ich habe Zeit. Zeit um mich um Menschen zu kümmern, die mir am Herzen liegen. Zeit für mich. Zeit, um für meine Seele zu arbeiten und Zeit um Texte wie diese zu schreiben und via Homepage, Facebook, Twitter & Co meine Gedanken in die Welt hinaus zu tragen …

In diesem Sinne wünsche ich allen von Herzen, das Ihr ein Weihnachten für Euch gefunden habt, mit dem Ihr gut leben könnt. Ich konnte es viele Jahre lang nicht. Und so richtig immer noch nicht …

PHOENIX

PHOENIX

Vielen Dank an meine wunderbare LUCY !

PHOENIX

aus der kalten asche Deines Hasses
deiner Verschmähungen und Erniedrigungen
bin ich aufgestiegen
neu geboren – voller Zuversicht und Erkenntnis

nicht länger unterdrückt
nicht länger gegängelt
deinem Einfluss entflogen
emporgestiegen als neuer Mensch

deinem Gefängnis entflohen
deinem Einfluss entzogen
so steh ich hier
neu, voller Energie und Kraft

neuen Horizonten entgegen
keine Limits, keine Grenzen
das Leben liegt vor mir
und ich werde es verdammt nochmal leben …

In mir selbst gefangen

In mir selbst gefangen

Die wunderbare KIKO – Danke für Deine Emotionen!

In mir selbst gefangen

ich weiß es und kann dennoch nichts dagegen tun
bin in mir selbst gefangen
mit all meinen Ängsten
mit all meinen Zweifeln
ich kann nicht entkommen
in mir selbst gefangen

wenige kennen mich gut genug
gut genug um das zu sehen
zu wissen das ich bin wie ich bin
nach außen stark und strahlend
sehe ich mich doch ganz anders
klein, schäbig wertlos und unbedeutend
in mir selbst gefangen

ich sollte es besser wissen
aber ich komm nicht raus
raus aus den selbstgewählten Mauern
raus aus dem Kreislauf des Hasses
des Hasses auf mich selbst
in mir selbst gefangen

breche immer wieder aus
verfalle in Extreme
schockiere, stoße vor hohle Köpfe,
höre den dumpfen Klang
genieße die fassungslosen Reaktionen
es hilft mir, hilft mir kurz und dann
in mir selbst gefangen

selbstgewählte Gefängnisse sind die schlimmsten!
in mir selbst gefangen

[jko 12-2018]

Wolken wehen

Wolken wehen

LUCY inspiriert mich immer wieder zu wunderbaren Bildern. Nicht zuletzt, weil auch Sie Texte aus dem Leben verfasst und mir diese ab und an zu lesen gibt. So wie in diesem Fall. Wolken wehen bekam ich im Oktober zu lesen und hatte sofort Bilder im Kopf. Im November trafen wir uns dann, um die Ideen in meinem Kopf zu Bildern werden zu lassen.

Auch hatte ich mich spontan an ein Bild von Herrn Buchta erinnert und wollte es gerne einbauen. So hab ich Thomas angeschrieben und ihm meine Idee geschildert und gefragt, ob er mir PLANET KREFELD für ein Compositing zur Verfügung stellt – was soll ich sagen: Danke Thomas!

Das ist dabei herausgekommen:

Wolken wehen

Ich bin ein Haus.
Nein kein Haus, ich bin größer als ein Haus.
Ich bin ein Riese.
Ich berühre die Wolken.
Wenn meine Augen auf und zu gehen, erzeuge ich einen Windstoß, der die Wolken in meinem Gesicht weg weht.
So groß bin ich.

Die Kleinigkeiten der Welt, spielen keine Rolle für mich.
Der Dreck und der Schmutz, die Schwierigkeiten und Probleme, sind so winzig, dass ich sie kaum wahrnehmen kann.
Ich versuche mit meiner Größe keine Häuser zu zertreten.
Die Häuser der kleinen Menschen, die die Erde bevölkern.
Die Häuser der Menschen, die sich von dem Dreck, dem Schmutz, den Schwierigkeiten und den Problemen klein halten lassen.
Sie können wachsen, wie ich es einst getan habe.
Größer werden als ein Haus, so groß das auch ihre Wimpern Wind erzeugen.
Sie müssen nur loslassen.
Loslassen und lernen, dass nichts auf der Welt sie stoppen kann,
dass nichts sie klein halten kann und das auch sie groß sein können, größer als ein Haus.

Doch Nachts beginnen der Dreck, der Schmutz, die Schwierigkeiten und die Probleme zu wachsen
Und während sie wachsen, werde ich klein.
Klein wie ein Haus, nein kleiner, klein wie eine Maus.

Dann stelle ich fest, nein ich bin nicht klein.
Nicht klein wie eine Maus, nicht klein wie ein Haus.
Nein hoch wie die Wolken.
Ich setzte mich auf und überschaue die Welt.
Besiege den Dreck, den Schmutz, die Schwierigkeiten und die Probleme.
Jede Nacht ein Kampf.
Jede Nacht, schrumpfen und wachsen.
Jede Nacht.
Und am Ende bin ich wieder groß.
Größer als ein Haus, hoch wie die Wolken
Und meine Wimpern erzeugen einen Windstoß, der die Wolken weg weht.

Perlenmädchen

Seelenfeuer

Seelenfeuer

Vorwort 

Es geschieht immer wieder einmal, dass Frauen zu mir kommen, weil Sie meine Bilder gesehen, meine Texte gelesen haben. Diese Frauen kommen, weil sie etwas zu verarbeiten haben. Weil sie mir zutrauen, Ihre geheimen, ihre versteckten, ihre unterdrückten Emotionen mit meinen Bildern Ausdruck zu verleihen.

Ich empfinde es als Privileg, von diesen Frauen erwählt worden zu sein. Erwählt Ihr Seelenleben in Bildern festzuhalten. Und ich bin dankbar! Dankbar, dass sie es mir zutrauen und dass ich die Bilder mit Ihnen zusammen entstehen lassen kann.

Miriam ist so ein Fall. Sie wollte diese Bilder – facettenreich und grundlegend unterschiedlich. Sie erzählte mir von Ihrem bisherigen Leben, den Zweifeln und dem Selbsthass der ihr eingepflanzt wurde. Das alles wollte Sie in Ihren Bildern zeigen – Schwäche, Stärke, Leid, Fraulichkeit, Selbstzweifel und Befreiung. Und nicht nur das. Nein – nach unserer zweiten Session schrieb Sie Ihre Gedanken dazu nieder und schickte mir Ihren berührenden und ehrlichen Text.

Diesen, Ihren Text und unsere gemeinsamen Bilder dazu möchte ich Euch unbedingt zeigen und Miriam damit Danke sagen!

Seelenfeuer

Ruhig ist sie geworden.

Um Erwartungen zu erfüllen, nicht aufzufallen,

die abwertenden Blicke zu vermeiden.

Die Frau in sich komplett vergraben,

lebt sie ihr Leben angepasst an das was gesehen werden will.

Wissend, dass das Feuer, das in ihr brennt,

nicht gern gesehen ist in ihrem Alltag als Mutter, Ehefrau.

Dass es falsch gewertet wird sobald es an die Oberfläche dringt,

dass es diese Blicke hervorruft, dieses Tuscheln,

das Ausgeschlossenheit nach sich zieht.

Aber manchmal schweifen ihre Gedanken ab,

denn sie spürt es lodern, fordernd, nicht zu ignorieren.

Es ist in ihr, will sich zeigen.

Ihre Wildheit, Weiblichkeit und Stärke.

Es will leuchten, will einen Platz in ihrem Leben.

Und nach und nach hört sie auf das Drängen,

beginnt zu ahnen wer sie ist und zu erkennen,

dass ihr Weg zu sich selbst in die Freiheit führt.

Zaghaft geht sie erste Schritte, zeigt sich, provoziert.

Bricht Grenzen auf und wagt sich in ein neues Leben.

Fühlt sich stärker, wild und frei.

Beginnt, die Blicke zu genießen statt zu fürchten,

denn hinter dem Vorhang aus Verachtung

verbirgt sich doch bloß Neid und tiefstes Sehnen.

Traumwelten

Traumwelten

Ich sehe mich weniger als Fotograf denn als Bildbearbeiter. Ich lasse Traumwelten entstehen. Baue aus den Fotos die ich mache Bilder jenseits der Fotografie. Traumwelten – Albtraumwelten – drastische und sanfte Bilder. Mein Gemütszustand und auch oft die Emotionen meiner abgebildeten Menschen fließen in meine Bilder ein. Wer einen klassischen Fotografen sucht, der Standardfotos liefert, der ist bei mir einfach verkehrt.

Hier ein paar Beispiele aus der letzten Session mit der wunderbaren Caro Phoenix:

Manchmal ist es das Einzige

das Einzige was wirklich hilft

ich träume mich weg

weg in eine andere Welt

 

ein anderes Leben

voller Abenteuer und Gefahren

wie einst bei den Piraten

ein wildes Leben

 

Ausbrechen im Kopf

auch nur für Minuten

einfach mal weg

aus dem Kopf befreit

 

mit dem Herzen gesehen

mit allen Sinnen verspürt

der Geist läuft Amok

die Seele rennt

 

Manchmal ist es das Einzige

das Einzige was wirklich hilft

ich träume mich weg

weg in eine andere Welt

[jko November 2018]