Fast zwei Wochen habe ich nichts von mir hören lassen. War mit mir und meiner Situation beschäftigt und musste mir selbst über einige Dinge klar werden. Zunächst zehrt es sehr an Nerven, Geduld und Stärke, dass ich die Chemo immer gut überstehe und wenig Nebenwirkungen zeige. Aber dann doch immer und ständig irgendetwas neues dazu kommt, dass so nicht üblich ist, bei mir aber sofort HIER schreit und sich breit macht. So zuletzt das Restless Leg Syndrom, dass stationär schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte.
Nachdem ich dann schmerzfrei war durfte ich letzte Woche Mittwoch bis Freitag den 3. Zyklus meiner Chemo durchziehen. Samstag durfte ich dann wieder nach Hause. Die Ärzte diskutierten meinen Fall wohl noch eine Weile.

In der Zeit, in der ich dort stationär lag, habe ich immer wieder davon angefangen, ob man nicht an der Schulter und am Arm irgendetwas machen könnte, damit dieser wieder besser funktionieren würde. Ich hatte die Zeit genutzt und über viele Dinge nachgedacht. Dabei wurde mir eines ganz klar: Das ich nichts tun kann, keine Fotos machen, keine Bilder bearbeiten liegt nun mal daran, dass der Rechte Arm so unbrauchbar geworden ist und mi Lebensqualität entzieht. Einfach nur rumliegen und warten das evtl. IRGENDWANN mal die Schmerzen weg gehen und ich wieder etwas tun kann, das ertrage ich auf Dauer nicht! Das macht mich niedergeschlagen und unzufrieden. Dazu diese ständige unglaubliche Müdigkeit und Erschöpfung. Oft fällt es mir schwer mich auf einfache organisatorische Dinge zu konzentrieren – z.B. meine Termine zu koordinieren etc.

Kurz um ich brauche einen Arm, der mir zumindest einfache Arbeiten und fotografieren erlaubt, ansonsten habe ich das Gefühl ich drehe durch und es geht mir einfach seelisch nicht gut und das wirkt sich bei mir dann auch schnell mall physisch aus. Auch bin ich dann ziemlich unleidlich und meide zwischenmenschliche Kontakte, weil ich niemanden nerven oder gar beleidigen möchte. Und glaubt mir, wenn ich so drauf bin, dann bin ich echt eine ganz schöne Arschkrampe und lass den Frust dann auch an denen aus, die das überhaupt nicht verdient haben. Also schotte ich mich lieber ab und meide den Kontakt. Und das ist natürlich falsch. Also habe ich mit den Ärzten gesprochen und meine Lage geschildert. Die Ärzte haben das unter sich besprochen und am Dienstag bekam ein einen Anruf, dass sie mir in der Schulter, an der Stelle, an der die Lymphknoten, die ich habe auf die Adern drücken, einen Stent gesetzt bekomme, damit der Arm abschwillt und die Beweglichkeit zurückkommt. Auch werden zunächst die Bestrahlungstherapie eingeleitet bevor es mit der Chemo weitergeht.

Heute also Vorgespräch für eine schnelle Stent-OP morgen und beginnender Strahlungstherapie ab nächster Woche. Also volles Programm und den Focus momentan daraufgesetzt, dass ich etwas Lebensqualität zurückgewinne.

So, jetzt muss ich mich fertig machen zum OP Vorgespräch in Heidelberg. Ich versuche nicht mehr so viel Zeit ins Land gehen zu lassen, bevor ich wieder berichte. Aber wie gesagt, auch ich musste mich erneut finden …

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Mein Krebs-Gedankenbuch

#fuckcancer

Die Meisten haben es ja schon mitbekommen. Ich habe Krebs. Lungenkrebs, kleinzellig und aggressiv.

Ich habe mich nun endgültig dazu entschlossen, offen mit dem Thema um zu gehen. Ich möchte, dass diejenigen, die es wissen möchten, nicht über Dritte oder Buschfunk mit „Informationen“ versorgt werden.

Hier auf meiner Homepage werde ich von nun an mehr oder weniger Regelmäßig berichten, was ich erlebe und wie ich es erlebe. Somit kann dann jeder selbst entscheiden, ob er teilhaben möchte oder nicht. Die reinen Fakten, meine Gedanken und Gefühle, Reaktionen von Freunden, Bekannten und Verwandten und Geschichten, die mir in dieser Zeit über den Weg laufen. Ich werde auch nicht rein chronologisch vorgehen. Es wird Rückblenden und Erinnerungen geben, die sich irgendwann im Laufe der Zeit und zum Thema ereigneten.

(Das Bild ist von CP Malek und ich liebe es und es passt zu mir)


Wer möchte, kann mir auch gerne schreiben.
Digital an: jko@www.jko-artworx.de 

Oder (ich liebe es) gerne auch noch mit der wunderbar altmodischen Post:

Jan Klug-Offermann
Louis-Goos-Str. 6
74889 Sinsheim