Wenn der Amtsschimmel leise wiehert

von | 14.03.2019 | Gedankenbuch, Wenn plötzlich alles anders ist | 0 Kommentare

Heutiges OP Vorbereitungsgespräch

Bevor ich mich dem Amtsschimmel widme, noch eine kurze Zusammenfassung der heutigen Ereignis – dem Vorgespräch der Schulter Stent OP und meine Entscheidung:

ich habe nach dem OP Vorbereitungsgespräch die OP abgelehnt – sie wird nicht stattfinden.

Der Arzt sagte ganz klar, er kann nicht dafür garantieren, dass die Schmerzen dann weg sind. Er könne maximal dafür sorgen, dass ein besserer Durchfluss herrschen würde – aber auch dies ohne Garantie.

Der Arm ist stand heute fast völlig zurück auf Normal. Was bedeutet, dass er wohl immer nur zur Chemo anschwillt und wieder abschwillt. Eine Garantie der Schmerzfreiheit gibt es auch mit dem Stent nicht. Lediglich ein Anschwellen KANN vermindert werden, das ist aber nicht das, was ich beabsichtigte. Also übe ich mich in Geduld, warte die Bestrahlung ab, die auch gegen die Schmerzen helfen wird und bin einfach nicht so ungeduldig. Den wenn der Arm (voraussichtlich Morgen) völlig abgeschwollen ist, werde ich auch wieder viel besser damit zurechtkommen.

Nach Rücksprache mit meiner Onkologischen Ärztin habe ich mich dann entschlossen die OP NICHT durchführen zu lassen und auf die zusätzliche Belastung vorerst zu verzichten.

Der Amtsschimmel und sein Wiehern

Gestern bereits fand ich Post vom Jobcenter, bei dem ich mich ja wie gesagt vollkommen nackig machen muss. Das ist ja auch ok, aber warum habe ich einen Termin vor Ort gehabt, um Diverses zu klären, um dann ein Brief mit Rückfragen auf genau die Fragen, die im pers. Gespräch geklärt werden sollten, erneut gestellt werden.
So z.B. habe ich im pers. Gespräch extra darauf hingewiesen, dass auf meinen Kontoauszügen Einzahlungen von Freunden, Fans und Bekannten mit dem Hinweis Spende, Geschenk oder Ähnliches zu finden sind. Ich erklärte dem Jobcenter, das es sich um Geschenke und Spenden handelt, da ich seit Anfang Januar nicht mehr arbeiten konnte und mir diese wunderbaren Menschen (im Gegensatz zu EUCH) einfach geholfen haben finanziell zu überleben.
Zusätzlich noch die PayPal-Abrechnungen der letzten 3 Monate, Fahrzeugpapiere, Wertsachen, etc. Außer einem 25 Jahre altem Opel Astra und einer seit Jahren gekündigten Lebensversicherung. Sie wollen nicht einsehen, dass da nix zu holen ist …

Dann heute Abend 18:12 Uhr – jaaaaaa 18:12 Uhr – versuch DU mal Deine Versicherung um diese Uhrzeit zu erreichen 😉 – klingelt mein Smartphone und die Gesundheitskasse ruft an. Sie könne meine im Februar beantragte Freistellung vom Eigenanteil nicht freigeben, da sie die von der anderen Abteilung noch keine Berechnung des Krankengeldes vorliegen würde. Dies wäre so, weil ich erst seit 01.03. krankgeschrieben sei! Gut das ich mir von Anfang an ALLES einscanne was damit zu tun hat. Also werde ich morgen Vormittag dort erneut aufschlagen, meine Kopie der Erstbescheinigung ERNEUT abgeben und mir diesmal schriftlich quittieren lassen, dass ich sie abgegeben habe – evtl. mache ich ein Erinnerungsfoto für mich 😀

Morgen früh steh ich bei beiden auf der Matte – denn das Einzig Gute an den Beiden Organisationen ist, dass sie sich im selben Gebäude in Sinsheim aufhalten.

Alles lief so gut an und alle waren vordergründig so nett und hilfsbereit und doch wird jetzt an jedem Zipfel gezogen, um ja keine Kohle genehmigen zu müssen. Der Schimmelreiter bleibt halt doch der Herr über seinen Amtsschimmel.

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Mein Krebs-Gedankenbuch

#fuckcancer

Die Meisten haben es ja schon mitbekommen. Ich habe Krebs. Lungenkrebs, kleinzellig und aggressiv.

Ich habe mich nun endgültig dazu entschlossen, offen mit dem Thema um zu gehen. Ich möchte, dass diejenigen, die es wissen möchten, nicht über Dritte oder Buschfunk mit „Informationen“ versorgt werden.

Hier auf meiner Homepage werde ich von nun an mehr oder weniger Regelmäßig berichten, was ich erlebe und wie ich es erlebe. Somit kann dann jeder selbst entscheiden, ob er teilhaben möchte oder nicht. Die reinen Fakten, meine Gedanken und Gefühle, Reaktionen von Freunden, Bekannten und Verwandten und Geschichten, die mir in dieser Zeit über den Weg laufen. Ich werde auch nicht rein chronologisch vorgehen. Es wird Rückblenden und Erinnerungen geben, die sich irgendwann im Laufe der Zeit und zum Thema ereigneten.

(Das Bild ist von CP Malek und ich liebe es und es passt zu mir)


Wer möchte, kann mir auch gerne schreiben.
Digital an: jko@www.jko-artworx.de 

Oder (ich liebe es) gerne auch noch mit der wunderbar altmodischen Post:

Jan Klug-Offermann
Louis-Goos-Str. 6
74889 Sinsheim